Die Bergischen 5 – 275 km und 6.800 Höhenmeter durchs Bergische Land 03.04.-07.04.2022 // Tag 3

 

Tag 3: 70 km und 1.665 HM – Klingenpfad Solingen

Die längste und schwerste Etappe, Zeitlimit 12 min/km. 

Zur Abwechslung regnete es gleich ab Start und Bernd lief mit der Regentüte los, die er die ganze Etappe über nicht mehr auszog. Ich war wieder ab VP2 an allen Verpflegungspunkten.

Für Bernd lief es erst einmal gut. Ich hatte berechtigte Befürchtungen, dass der Akku der Uhr nicht für die gesamte Dauer der Etappe reicht. Bernd hatte also Powerbank und Ladekabel mit. Aber während die Uhr lädt, zeigt sie nichts an. Man hat also keine Navigation. An VP4 km 43 bat ich daher den kurz nach Bernd eintreffenden Patrick, ein Weilchen mit Bernd zusammen zu laufen, damit die Uhr laden kann. Das machten sie auch. Beide waren ganz hinten. 

Tag 3 - Start gleich mit Tüte

mit Patrick etwa bei km 45

Etwa bei km 52 rief Bernd mich an und meinte, sie wären beide in eine „Jauchegrube“ gefallen, erst Patrick und Bernd hinterher. Patrick würde ganz schön schimpfen. Es stellte sich heraus, dass es zum Glück nur Modder war, aber Bernd sah aus… Matsche bis an die Mütze.

Ich wartete am unbemannten VP5 bei km 55 und wunderte mich, dass gar niemand vorbeikam. Auch nicht die Läufer die vor Bernd waren. Es gab dort im Tal an der Wupper leider kaum Internet. Als ich dann doch mal etwas Empfang hatte sah ich, dass Bernd (und Patrick) zu früh abgebogen waren und so nicht zum VP kommen konnten. Ich rief Bernd an und erklärte wo die Strecke ist. Patrick meinte aber, sie seien auf der Strecke, er würde dort bleiben. Ich sagte, dass es nicht die Strecke sein kann wenn diese nicht zum VP führt. Patrick lief weiter, Bernd kehrte um. Ein Umweg von ca. 1,5 km. Wie sich später herausstellte, hatten die Läufer verschiedene Tracks heruntergeladen. Die einen kamen am VP5 vorbei, die meisten nicht. Wie kann das sein? Bernd kam dann an VP5 an und machte sich auf zum letzten VP6. Er war ganz hinten aber immer noch gut in der Zeit. Noch mehr als 2 Stunden für die letzten 11,5 km. 

am unbemannten VP5, km 55

Auf der Rückfahrt zum Hotel hielt ich mehrmals an und schaute, ob Bernd auf der Strecke war. Jetzt bloß nicht verlaufen. Alles war gut. Bis zum km 67,5. Bernd fand erst den Weg nicht. Dann lief er auf die falsche Seite des Baches. Dann endlich zurück - es wurde dunkel. Er machte die Stirnlampe einfach nicht an. Noch 30 min bis Cut Off! Inzwischen bangten und warteten im Ziel 4 Leute auf Bernd. Dann war er wieder auf der falschen Seite des Baches, Herumirren im Wald. Später erfuhr ich, dass dort viele Läufer Probleme mit der Navigation hatten und einige auch Olli anriefen um sich einweisen zu lassen. Olli fuhr Bernd nun mit dem Fahrrad entgegen. Leider kam genau jetzt noch ein starker Regenschauer runter. Jörg im Ziel beobachtete Ollis Position per WhatsApp live Standort, ich beobachtete Bernds Position mit Hilfe des Trackers. So konnten wir Olli zu Bernd lotsen. Inzwischen war es stockdunkel. Was war ich froh als ich auf dem Handy Ollis Ruf „Bernd ?“ hörte und dann die Antwort „Ja!“. Nun noch ein Kilometer zum Ziel, geschafft! Was war ich erleichtert. Die Cut Off Zeit war leider um 7 min überschritten. Aber gesund und munter im Ziel!

So, nun war es 21:07 Uhr und um 5 Uhr klingelt der Wecker wieder! Also schnell schnell in unser Hotel, duschen, essen, alle Sachen für morgen vorbereiten. Die Schuhe habe ich dank viel Küchenpapiers bis zum Morgen trocken bekommen, die verschlammten Sachen nicht, da mussten andere her.

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